Seminar Ferenc Mora Museum
    
   


  

Ungarische Volkskunst im 19. u. 20. Jahrhundert

Diese Ausstellung zeigt den Besuchern die Volkskunst des 19.-20. Jahrhunderts. Der größte Teil der hier ausgestellten Gegenstände wurde von Handwerkern hergestellt, von Tischlern, Kürschnern, Kupferschmieden und Sattlermeistern. Der andere Teil der Gegenstände wurde von Bauern und Privatleuten gemacht. Sie machten aus , Schilf, Gerte, Stroh und Holz verschiedene Gebrauchsgegenstände. Die europäischen künstlerischen Stile (Renaissance, Barock, Biedermeier, Klassizismus und Jugendstil) beeinflussten die ungarische Volkskunst.

Landwirtschaft und Gehöfte

KörbeIm 18.-19. Jahrhundert war Szeged nach Debrecen und Szabadka eine der größten tiefländischen Städte Ungarns. 1850 lebten auf den Gehöften und in den Gärtner- und Feldhüterhäusern in der Umgebung der Stadt ca. 13.000 Menschen. 1930 lebten hier schon 45.000 Menschen. Zu den Gehöften gehörte jeweils ein Grundstück von 10-15 Joch (1 Joch = 10.000 m2). Die Häuser bestanden aus drei Teilen: Haus, Diele und Kammer. Die Menschen beschäftigten sich mit Landwirtschaft und mit der Viehzucht. Sie hielten Ochsen und Pferde. Aus dieser Zeit sind z.B. Pferdegeschirre und die Ochsenkuhglocke erhalten geblieben.
Damals bauten die Bauern Weizen an und nach der Ernte machte man aus Stroh verschiedene Körbe z.B. Brotbackkörbe und Bienenkörbe.


HanfbrecherHanfbrecher:
Man hat dieses Gerät zum Brechen der Hanfstängel benutzt. Dieser Hanfbrecher wurde in der Umgebung der Eipel-Sajó-Theiß und im Donau-Theiß-Zwischenstromland benutzt.





PferdewagenPferdewagen:
Im 18.-19. Jahrhundert war der Pferdewagen das Verkehrsmittel überhaupt. Der Pferdewagen rechts in der Ecke wurde aus Holz und Eisen gemacht und meistens zum Transport benutzt.
Man transportierte seine Waren von den Gehöften in die Stadt. Die Bauern hatten einfache Pferdewagen, die Adeligen hatten verzierte Pferdewagen. Der Pferdewagen konnte offen oder geschlossen sein.


Möbel und Holzschnitzkunst

Die Menschen des 18.-19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts machten viele verschiedene Möbelstücke aus Holz. Diese Möbelstücke wurden sehr schön geschnitzt und mit Blumenmustern bemalt. Zu diesen Möbeln gehören z.B. Wandschränkchen, Brauttruhen, Armlehnstühle und Betthäupter. Diese Möbelstücke sind links im Raum zu sehen.

WandschränkchenWandschränkchen:
Diese Schränkchen dienten zur Aufbewahrung von Büchern oder Tassen. Sie wurden aufgehängt oder in der Wand versenkt und waren meistens von kleiner Größe. Im Allgemeinen hatten sie eine kleine Tür oder waren häufig vergittert. Diese Möbelstücke wurden mit bunten Blumenmustern bemalt. Meiner Meinung nach ist es sehr interessant, dass der Name des Herstellers und das Herstellungsdatum auf dem Schränkchen zu sehen ist.

AussteuertruheAussteuertruhen:
Eine Aussteuertruhe wurde von Hand gemacht und bemalt.Diese Aussteuertruhen dienten zur Aufbewahrung der Austeuer. Der Deckel ist aufklappbar.



ArmlehnstuhlArmlehnstühle:
Diese Stühle wurden sich auf dem Tiefland ausgebreitet. Diese Möbel wurden auch von Hand gemacht und bemalt. Die Form der Stühle kommt aus Debrecen. Der Stil wurde im Allgemeinen mit gemalten Blumenmuster oder mit Holzschnitzen dekoriert.



BetthauptBetthäupter:
Diese wurden auch aus Holz gemacht und wurden mit Blumenmustern bemalt.






Handarbeiten

Diese Gegenstände sind in der Vitrine gegenüber der Tür zu sehen.

LochstickereiLochstickerei:
Die Lochstickerei gehört zur Weißstickerei und wird hauptsächlich auf weißem Leinen ausgeführt. Die in die Grundware gebohrten Löcher werden mit einer Kegelspitze geweitet und anschließend umstickt. In dieser Technik hat man verschiedene Tücher, Decken und Kleidungsstücke gemacht.


Handgewebter StoffHandgewebter Stoff: Die Stoffe wurden aus Lein, Hanf und Baumwolle gewebt. Die meisten Stoffe dienten dem alltäglichen Gebrauch.





Stoffdruckmodel:
Diese wurden aus Holz gemacht und wurden beim Stoffdruck benutzt. In die viereckigen Holzstücke wurden z. B. Blumenmuster geschnitzt. Dann hat man die Model in Farbstoff eingetaucht und die Stoffe bedruckt.


Die ungarische Volkstracht

VolkstrachtDie Volkstracht ist die Tracht der Bauern, der Hirten und auch der Handwerker. Die Tracht hat die Menschen nicht nur geschützt, sondern auch geziert und hat ihre gesellschaftliche Position bezeichnet. Seit dem 16. Jahrhundert bestimmte die Verwaltung, was der Leibeigene, der städtische Handwerker und der adelige Mensch tragen durften.

In der Vitrine kann man eine typische Bauerntracht sehen. Es ist eine Tracht von Pápa aus der Zeit um 1920-30. Die ungarischen Bäuerinnen haben Röcke getragen. Diese Röcke waren weit. Ein Rock bestand aus 13 Unterröcken. Jungfrauen trugen 9 Unterröcke. Adelige Frauen trugen Seideröcke mit Blumenmustern. Das Kopftuch war aus Seide und es hat 40-50 Forint gekostet.
Die Männer trugen Westen, weiße Leinenhemden und Leinenhosen.
Die Stiefel hatten einen hohen Schaft und waren schwarz. Sie hatten Pakfon-Knöpfe an ihren Westen. Die Einkaufstaschen waren aus Seide oder aus Stroh geflochten. Die Kleidungsstücke waren meist bestickt.


Die Gebrauchsgegenstände

irdenes GeschirrDas irdene Geschirr hat man von Hand gemacht und bemalt. An der Wand hängen irdene Teller. Diese Geschirre wurden aus Lehm gemacht.





FeldflaschenDie Feldflasche ist ein irdenes Geschirr mit Bleianstrich. Es gibt sie in verschiedenen Formen. Man hat darin Wein aufbewahrt. Sie konnten flach, hohl oder erhabend sein. Die Feldflasche aus Pferdeleder ist sehr schön. Auf der Feldflasche kann man oft Namen und Jahreszahlen finden.


RasieretuiDas Rasieretui ist aus Holz geschnitzt und oft verziert. Es ist für 1 oder 2 Rasierer Sets gedach. Der Deckel ist verziert worden.


StreichholzetuiDas Streichholzetui ist aus Holz von Hand gefertigt. Es ist cirka 6-8 cm lang. Es ist ebenso verziert wie das Rasieretui. Darin konnte man Schwefelstreichholzer aufbewahren.






TellerDie Kanne und der Teller sind aus Zinn gemacht worden. Das Zinn verdeckt die originale Farbe der Dinge.





Mit dem alten Bügeleisen konnte die Kleidung gebügelt werden.

Den Csín-Schneider konnte man bei der Holzverarbeitung benutzen.

Pulveretui aus HirschhornDas Schießpulver konnte in einem aus Hirschhorn gemachten Pulveretui aufbewahrt werden.





In dem Hostienbackofen sind Hostien gemacht worden, aus Weizenmehl gebackenes, flaches Brot. Lebkuchen wurden in einem speziellen Lebkuchenbackofen gebacken.


Musikinstrumente

Die LedertuteDie Ledertute besteht aus zwei oder mehreren Zungenpfeifen. Es ist ein mehrstimmiges Instrument. Die Ledertute kann man mit dem Mund oder mit einem Schlauch betätigen. Sie besteht aus einem Tutenkopf und aus einer doppelten Pfeife.




Die ZitherDie Zither ist ein Zupfinstrument mit Saiten.




Die DrehleiterDie Drehleier ist ein Saiteninstrument. Sie kann durch Drehung der Handkurbel betätigt werden. Sie ist cirka 75 cm lang, 33 cm breit und 21 cm hoch.








deutscher Text: Pozsár Adrienn und Nagy Adriána, Studentinnen der Pädagogischen Hochschule Szeged)

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